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Die Metapher vom Seestern

 

Ein alter Mann läuft an einem Meeresstrand entlang. Das Wasser zieht sich langsam für die Ebbe zurück. Da sieht er vor sich einen jüngeren Mann, der etwas vom Strand aufhebt und ins Meer wirft. Zunächst denkt sich der alte Mann, das es sich wohl um Muscheln handeln müsste oder Steine. Aber als er näher hinzukommt, sieht er, dass der junge Mann Seesterne aufhebt und sie zurück ins Meer wirft. Darauf hin spricht er den jungen Mann an, was er da tue. Dieser sagt: “Ich rette den Seesternen das Leben.” Der alte Mann schaut sich um und sagt: “Aber siehst Du nicht wie unendlich lang dieser Strand ist - Du kannst gar nicht alle Seesterne retten. Was du tust, macht also gar keinen Unterschied.” Der junge Mann antwortet: “Es stimmt, ich kann sie nicht alle retten.” Er bückt sich und hebt einen weiteren Seestern auf und wirft ihn ins Meer. “Aber für diesen einen macht es einen großen Unterschied.”

 

Verfasser unbekannt

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Kommentare: 1
  • #1

    Alexander K. (Dienstag, 30 Januar 2018 00:00)

    Gemahnt erbaulich an die altjüdische Weisheit "Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt", klingt aber auch verheerend an den Sisyphos-Mythos an. Letztendlich obsiegt in der Geschichte aufgrund des Wechsels der Perspektive das Erbauliche über das scheinbar sinnleere Tun, womöglich getreu dem schoppenhauerschen "Auch-Ich".