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Sinnlose Worte?!

Gestern Abend saß ich mal wieder mit meinem besten Freund Manfred bei einer Tasse Tee zusammen. Wie jedesmal philosophieren wir über die Welt, das was uns gerade persönlich beschäftigt, wo wir festhängen oder gerade stehen...! Manchmal hängen wir uns auch an "Worten" auf, denn ich sprach gerade über das Buch "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" von Susann Pásztor. Darin spricht einer der Protagonisten Phil, 13 Jahre über "komische Wörter" die er manchmal am liebsten in ein "Wörterkrankenhaus" einliefern lassen würde. 

So kommen wir also auch auf die Idee nach "komischen Wörtern" zu suchen und werden fündig:

Hier eine kleine Auswahl...und Sie können ja gerne mit philosophieren:

 

Das Wort "sinnlos" ist ein Wort, das an sich völlig unsinnig ist. Denn an sich ist nichts wirklich "sinnlos": allein die Tatsache, dass wir das, was wir im Moment gerade denken, sagen, machen, fühlen ist halt im Moment gerade dran und nicht "sinn-los". Wir wissen vielleicht nicht warum oder wozu, aber diesem einfach den SINN abzusprechen ist ja ein bisschen arrogant oder zeugt vielleicht nur von Unwissenheit. Naja, ich musste auf alle Fälle erstmal drüber nachsinnen;)

 

Das Wort "Selbstmord": Jemand kann sich nicht selbst ermorden, denn es fehlen die Mordmerkmale und zwar alle. Deshalb sprechen Hospiz- und Trauergruppen im Sinne der Angehörigen auch von Suizid und nicht von Mord, denn wer hat da wen ermordet? Das Wort Suizid entlastet die Angehörigen, die durch den Verlust eh schon stark belastet und nicht noch zusätzlich durch eine Zuschreiben wie "Selbstmord" ihres Angehörigen belastet werden müssen.

 

Das Wort "liebenswürdig": Wir sagen oft, dass ein Mensch liebenswürdig sei und sagen damit ja indirekt, dass wir denken, er sei der Liebe würdig? Hallo? Gibt es einen liebenswürdigen Menschen?

Jetzt wird der ein oder andere vielleicht sagen: "Ja, der Mörder, der Kinderschänder, der Vergewaltiger, die sind doch nicht lieben-würdig?" Naja, ihr Verhalten vielleicht nicht, aber Liebe verdienen sie allein, weil sie Menschen sind, sonst ist das ja wiederum menschenunwürdig und wir spielen uns als "Richter" auf. Ok, das ist mein Metier...das mit dem RICHTER sein...von Haus aus sozusagen durfte ich daran arbeiten... aber das regt ja vielleicht zum Nachdenken an, wenn wir das nächste Mal einen Menschen als "liebenswürdig" bezeichnen.

 

Das Wort "Prinzipien": Manfred geht bei dem Wort immer ganz schnell an die Decke, hahaha. Prinzipien haben für ihn was Dogmatisches, etwas Einengendes, etwas Festgezurrtes: "Ich mach das aus Prinzip so!" und dann? Wer bist du dadurch?  Wikipedia sagt das zu folgendes: 

Ein Prinzip (Plural: Prinzipien; von lat. principium = Anfang, Ursprung) ist das, aus dem ein anderes seinen Ursprung hat.[1] Es stellt eine gegebene Gesetzmäßigkeit dar, die anderen Gesetzmäßigkeiten übergeordnet ist (der Begriff Gesetzmäßigkeit ist hier im Einzelfall ersetzbar durch Begriffe wie Gesetz, Naturgesetz, Regel, Richtlinie, Verhaltensrichtlinie, Grundsatz oder Postulat). Im klassischen Sinne steht das Prinzip zwingend an oberster Stelle, im alltäglichen Sprachgebrauch wird dies aber weniger streng gehandhabt. Darüber hinaus gibt es einen Begriff von Prinzip, der eine Verkettung von Gesetzen (Regeln etc.) erlaubt (z. B. Prinzip der sozialen Marktwirtschaft). Die konkrete Bedeutung ist kontextabhängig. Für einen kleinlichen Menschen, der primär pedantisch auf seinen Prinzipien beharrt, auch wenn sie unangebracht sind, hat sich der negativ konnotierte Begriff Prinzipienreiter etabliert.

 

Was sind Ihre Prinzipien"?

 

Dann noch das schöne Wort "rauskopieren", wenn Menschen etwas kopieren und dann sagen: Ich muss da noch schnell was "rauskopieren"! Wo raus? Ist das dann nicht mehr drin? 

 

Was sind Ihre Lieblingsworte an denen Sie sich manchmal "aufhängen?

Schreiben Sie mir dazu gerne etwas in die Kommentare. Ich bin gespannt!

 

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